Vom Autoscheinwerfer zur Ressource von morgen: Wie können Fahrzeugkomponenten, aber auch andere Industriegüter, so konzipiert werden, dass sie kreislauffähig sind? Dieser Frage geht die Universität Paderborn im neuen Förderprojekt KOLLEKT zusammen mit dem Verbundkoordinator FORVIA HELLA sowie den Partnern BMW, Covestro, Geba, Fraunhofer IEM, Fraunhofer UMSICHT, der Hochschule Hamm-Lippstadt, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Firma SW Maschinenservice nach. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie CircularGlowUp gefördert und durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.
Gesamtziel ist die Entwicklung kreislaufgerechter Produktkonzepte mit einer Gestaltung, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt ist. Grundlage sind die vier R-Strategien: Repair (Reparatur), Re-Use (Wiederverwendung), Remanufacture (Wiederaufbereitung) und Recycle (stoffliche Verwertung).
Die Fachgruppe Nachhaltige Industrialisierung und widerstandsfähige Infrastruktur analysiert die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Entwicklungen und macht Engineering-Vorschläge zur Verbesserung der Stoff- und Energieströme. Abschließend überträgt die Gruppe die Ergebnisse auf andere Branchen, um so einen möglichst großen Effekt zu erreichen.
„Kreislaufwirtschaft muss sich rechnen, sonst bleibt sie Theorie. Wir bewerten deshalb von Beginn an, welche ökologischen und ökonomischen Effekte die einzelnen Strategien wirklich haben und was sich davon auf andere Branchen übertragen lässt“, ergänzt Alexander Schlüter.
Die Zusammenarbeit knüpft an eine langjährige Verbindung an: Prof. Trächtler vom Heinz-Nixdorf-Institut und Prof Schlüter wirken am L-LAB mit, einer Public Private Partnership von FORVIA HELLA, der Universität Paderborn und der Hochschule Hamm-Lippstadt. Ansgar Trächtler gehört dem Vorstand an, Alexander Schlüter dem wissenschaftlichen Beirat. Mit KOLLEKT wird diese Partnerschaft weiter vertieft. Inhaltlich baut KOLLEKT auf dem 2026 abgeschlossenen Vorgängerprojekt NALYSES auf, das nachhaltige Produktgestaltung, Materialstrategien und die Nutzungsphase von Produkten untersucht hat, und entwickelt daraus eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung.
Fachkontakt bei uns:
Marco De Santis, M.Sc.