In­ter­kom

Interkommunale Konzepte zur Stärkung der Resilienz von Ballungsgebieten

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektträger: VDI Technologiezentrum

Laufzeit: 01/2014 - 04/2017

Be­schrei­bung

Interkom hatte das Ziel, die Sicherheitslage der Bevölkerung zu stärken und in Krisensituationen stabil zu halten. Dies wird durch die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls erreicht.

Die zehn Projektpartner erforschten ein ganzheitliches Konzept, in dem die Komponenten interkommunales Risikomanagement, interorganisationales Krisenmanagement, bürgerzentriertes Informationsmanagement und interkommunale Hilfeleistung in ihrem Zusammenwirken die Resilienz von Ballungsgebieten erhöhen.

Die Funktionsfähigkeit der kommunalen Verwaltung ist unverzichtbar für die Sicherheit und das Gemeinwohl von Bevölkerung und Wirtschaft. Aber: Die Aspekte der Notfallplanung werden für Verwaltungen in Krisensituationen selten strukturiert-wissenschaftlich betrachtet. Genau dies ist die gemeinschaftlich zu leistende Aufgabe, die dank der Förderung des Projektes Interkom durch das Bundesforschungsministerium möglich wurde. Am Ende sollte ein Ergebnis stehen, das ein Städte übergreifendes Risiko- und Krisenmanagement ermöglicht und damit die Sicherheit aller Bürgerinnen verbessert.

Bei einem Stromausfall wird die personelle Belastung bis auf ein nicht mehr zu leistendes Maß steigen. Zusätzliche Ressourcen werden nicht zur Verfügung stehen. Die erste wirkungsvolle Maßnahme wird die Priorisierung der kommunalen Aufgaben sein, um alle verfügbaren Ressourcen für die Bewältigung der Krisensituation einsetzen zu können. Ganz oben werden Aufgaben stehen, wie

  • Koordination der Verwaltungsstrukturen und des Krisenstabes
  • Instandhaltung und Betrieb von Verkehrssteuerungsanlagen
  • Kontrolle und wirtschaftliche Hilfe in Familien (§31 SGB VIII)
  • Koordination und Planung
  • Gesundheitsschutz: Sicherstellung des Notarztdiensteinsatzes

Für die akute Priorisierung der kommunalen Aufgaben und Leistungen – je nach Gefahrenlage – aber auch zur wechselseitigen Information und Kommunikation zwischen den Kommunen wurde eine Informations- und Datenbasis erforscht, die mit bereits bestehenden Lageführungs- und Kommunikationssystemen gekoppelt werden kann. Diese Informations- und Datenbasis stellt die Strukturen kommunaler Aufgaben, eine lageabhängige Übersicht zu priorisierender Aufgaben, deren Zielsetzung und Schnittstellen, Ausfallszenarien und alternative Maßnahmen bereit. Der Krisenstand oder ein Stadtamt kann hiermit akut entscheiden, welche Aufgaben zu priorisieren sind, um Bevölkerung und Wirtschaft zu schützen, welche Folgen ein Ausfall hat und welche schadensmindernden Alternativen es gibt.

Die IT-technische Ausführung wurde zwischen allen Beteiligten diskutiert und erfolgte entsprechend den Anforderungen der Kommunen, um die Informations- und Datenbasis optimal in die kommunalen Prozesse des Krisenmanagements einzubinden. Hierfür wurden alle kommunalen Aufgaben in intensiven Workshops untersucht, die zusammen von den Projektpartnern Feuerwehr Gelsenkirchen und Universität Paderborn mit den kooperierenden Städten und Gemeinden durchgeführt wurden. Die hieraus folgenden vielfältigen Ergebnisse und Erkenntnisse wurden ausgewertet und aufbereitet, um dann deutschlandweit genutzt zu werden.

Zie­le

  • Konsistente Informationen über alle Ebenen des Krisenmanagements
  • Schnittstellen zwischen Bevölkerung, Kommunalverwaltung und Krisenmanagement
  • Erhöhen der Ausfallsicherheit von Kommunalverwaltungen
  • Interkommunale Hilfeleistung bei ausgereizten personellen und materiellen Ressourcen
  • Vernetztes organisationsübergreifendes Prozessmanagement
  • Bestimmbare Sicherheitslage in der Bevölkerung als Lageinformation für Krisenmanagement
  • Effektive Information der Bevölkerung durch das Krisenmanagement
  • Subjektive Sicherheit in der Bevölkerung
  • Konsistente Entscheidungen des Krisenmanagements

Ar­beit­s­pa­ke­te/For­schung am C.I.K.

Neben der Gesamtleitung des Projekts wurden im Teilvorhaben des C.I.K. mit den Forschungsarbeiten folgende wissenschaftlich-technischen Ergebnisse erreicht:

  • Szenarioschablone und Szenariodatenbank,
  • IT-Unterstützung für das Interkommunale Risikomanagement,
  • Konzept zur kontextsensitiven Informationsfusion,
  • das Interorganisationale Krisenmanagement,
  • Plattform für vernetztes Prozessmanagement,
  • Priorisierung kommunaler Aufgaben,
  • unterstützende Arbeiten im AP 3

Interkom wurde im Zuge der Bekanntmachung „Urbane Sicherheit“ des BMBF im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung über einen Zeitraum von drei Jahren und drei Monaten mit rund 2,85 Millionen Euro gefördert.

An­sprech­part­ner

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Andreas Schultz

Computeranwendung und Integration in Konstruktion und Planung (bis 2022)

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